Endlich! “Richtige” Mondbilder mit der ZWO ASI

Es ist gar nicht so selten, dass durch einen Fehler oder Zufall Entdeckungen gemacht werden. Penicillin, durch Zufall entdeckt durch Alexander Fleming im Jahre1928 oder durch “Unordnung” in seinem Labor verdanken wir Wilhelm Conrad Röntgen, die Entdeckung der Röntgenstrahlen.

So wegweisend oder bedeutend war meine Erkenntnisse sicherlich nicht und schon gar nicht für die Menschheit auch nur annährend von ähnlicher Relevanz. Für mich war es aber eine Offenbarung. Seit Jahren bestaune ich die tollen Mondfotos von anderen Fotografen und ärgere mich über meine eigenen verwaschenen Bilder. Seit 5 Jahren nenne ich eine kleine ZWO ASI120 mein Eigen und nutzte sie kaum.
Alles sollte sich im März 2020 ändern. An einem Abend mit einem Mond (ca. 60/70% erleuchtet) schaltete ich die Kamera versehentlich in den Einzelbildaufnahmemodus statt in die Videoaufzeichnung. Letzteres zerlege ich normalerweis in Einzelbilder und lasse dann aufsummieren. Nachdem ich den Fehler bemerkte, lies ich die voreingestellten Frames aufnehmen und schaltete wieder in den Videoaufnahmemodus.
Am nächsten Tag bearbeitete ich die Videos mit dem “üblichen” Frust über die bescheidene Qualität. Ich nahm mir die Einzelbilder zu Hand und nutzte Stackingfunktion in Autostakkert… das Ergebnis verblüffte mich so sehr, dass mir die Kinnlade herunterklappte. Der nächste Tag zeigte wieder gute Wetterbedingungen und ich wiederholte den Erfolg. Die Ergebnisse zeige ich hier.

Region um das Mare Imbrium und Copernicus-Krater bei 910 mm Brennweite f/7. Das Bild besteht aus zwei separaten Bildern á 200 Frames. Gestackt mit AutoStakkert und merge mit Photoshop.

 

Mare Humorum, Meer der Feuchtigkeit, bei ca. 1800 mm f/14 am TS APO 130mm. Es handelt sich um ein mit Lava gefüllter Impaktkrater mit ca. 380km Durchmesser (in etwa so groß wie Island). Im Becken sind diverse Bruchlinien zu erkennen die duch das Absinken der Lava enstanden. Am nördlichen Rand dominiert der Krater Gassendi (ca. 100 km Durchmesser) mit einem zentralen Berg.

 

Copernicus, wohl einer der bekanntesten und markantesten Krater auf dem Trabanten. 93 km mißt sein Durchmesser. Seine terrassierten Wälle erreichen eine Höhe von 3,7 km! Die Berge in der Mitte erreichen eine Höhe von lediglich 1,2 km. In seiner Umgebung sind viele weitere Impakte zu beobachten.

 

Darf ich vorstellen: Schiller (ovaler Krater, rechts oben von der Bildmitte). Ich bin 70 x 180 km groß und sehr südlich gelegen. Wahrscheinlich bin ich durch zwei Einschläge entstanden – so richtig weiß ich das auch nicht mehr. Irgend so ein Steinbrocken ist mir auf den Kopf geknallt. ; )

 

Südliche Region.

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